Poppenbüttel - Siedlungsgebiet seit der Steinzeit
Bereits in der Jungsteinzeit (3000–1700 v. Chr.) lebten Menschen in Poppenbüttel.
Das älteste Zeugnis der Poppenbüttler Vergangenheit ist eine kleine Erhebung in einem Wäldchen im Kreienhoop / Ecke Moorblick, der
Kreienhoopsberg. Es ist ein Grabhügel, der über 1000 Jahre lang für Begräbnisse genutzt wurde.
Der älteste Fund stammt aus der Zeit um 1900 v.Chr.
Ein unscheinbarer Hügel - der Kreienhoopsberg
Ein weiteres Hügelgrab befindet sich auf dem Gelände der Simon-Petrus-Kirche, der
Vaterunserberg. Dort wurden ein bronzenes Schwert und ein Messer aus der Zeit um 1500 v.Chr. gefunden. Auch heute noch finden dort Gottesdienste statt.
Es gibt noch weitere Funde aus Poppenbüttel, auch verschiedene Urnen aus der Bronzezeit um 750 v. Chr. Systematisch ist Poppenbüttels Geschichte nie erforscht worden, es handelt sich um Zufallsfunde.
Die Gründung des Dorfes Poppenbüttel wird um 1200 vermutet. Es gibt aber auch mehrere Hinweise auf eine noch frühere Siedlung im Bereich Rehmbrook/Ulzburger Str.
Urkundlich erwähnt wurde Poppenbüttel zum ersten Mal im Jahr 1316 in einer Verkaufsurkunde. Seit 1389 gehörte Poppenbüttel zum Grundbesitz des Domkapitels in Hamburg. Um diese Zeit bestand Poppenbüttel aus sieben Höfen, drei Katen und einer Mühle und war von dichtem Eichenwald umgeben. Daran änderte sich über Jahrhunderte nicht viel.
Alle Rechte an der Alster, einem wichtigen Handel- und Transportweg, hatte sich aber bereist 1310 die Stadt Hamburg gesichert. Die Stadt Hamburg errichtete auch im 16. Jahrhundert die Alsterschleusen und die Schleusenmeisterhäuser.

Die Geschichte der Alsterschiffahrt
In der Hansezeit war der Warentransport zwischen Hamburg und Lübeck ausgesprochen wichtig. Die "Straßen" waren nur unbefestigte, oft matschige Wege mit tiefen Wagenspuren.
Mit großem Aufwand wurde deshalb 1525 bis 1529 der Alster-Trave-Kanal gebaut. In diese Zeit fällt auch der Bau der Alsterschleusen, um die Alster zu stauen und schiffbar zu machen. So entstand ein Wasserweg von Hamburg nach Lübeck, der den Warentransport auf Alsterschiffen erlaubte. Die großen Anstrengungen lohnten jedoch kaum. Schon im Jahre 1550 mußte der Schiffsverkehr auf dem Kanal wegen Wassermangels wieder eingestellt werden. Die Alster allerdings blieb für lange Zeit wichtigster Transportweg zwischen dem nördlichen Umland und der Stadt Hamburg.Karte vom Stromgebiet der Alster und der Lage des Alster-Trave-Kanals 
Die erste Poppenbüttler Schleuse wurde 1528/29 erbaut. Die heutige Anlage stammt ursprünglich aus dem Jahr 1836. An der Stelle des heutigen Wehres befand sich damals die obere Stauanlage, deren hölzerne Schütten mit großen Winden bewegt wurden. An der heutigen Bäckerbrücke befand sich eine zweite Stauanlage, dazwischen lag das Schleusenbecken, dessen Wasserstand reguliert werden konnte.
An der Mellingburger Schleuse sind die historischen Anlagen teilweise noch erhalten. Dort bekommt man einen Eindruck, wie auch die Poppenbüttler Schleuse ausgesehen haben mag:

Die hölzernen Winden sind noch gut erhalten

Die Alsterschiffe waren flache, hölzerne Schuten, bis 20 m lang und 4 bis 5 m breit. Wichtige Transportgüter waren Holz und Holzkohle, Torf, Ziegelsteine, Getreide und Kartoffeln. Ihre Fahrt war mühsam. Flußaufwärts wurden die Schiffe häufig vom Uferweg aus gezogen, das sogenannte Treideln. Auch flußabwärts und voll beladen waren die Alsterschiffe nicht schneller als Fußgänger und das Schleusen kostete zusätzlich Zeit. Erst bei mindestens fünf Schiffen wurden die Schleusen in Betrieb gesetzt. Die Alsterschiffe fuhren deshalb häufig im Verband.
Mit verbessertem Straßenbau und dem Aufkommen der Eisenbahn schwand die Bedeutung der Alsterschiffart, 1878 gab es nur noch 10 Alsterschiffe. Die letzte, recht kleine Alsterschute soll noch bis ca. 1940 an der Mellingburger Schleuse gelegen haben.Die letzte Alsterschute, Foto von 1926 
Die Schleusenmeister hatten von jeher Schankerlaubnis und so haben sich an den 7 Alster-Schleusen bis heute schön gelegene Gasthäuser erhalten, die heute den Paddlern, Radfahrern und Spaziergängern im Alstertal willkommene Gelegenheit zur Einkehr bieten.
Das Schleusenwärterhaus in Poppenbüttel Rekonstruktion nach historischem Vorbild. Das Original aus dem Jahr 1823/24 wurde nach aufwendiger Restaurierung durch einen Brand fast vollständig vernichtet.
Weiterführende Links:
Poppenbüttel - Vom Runddorf zum Alstertalzentrum
Wikipedia: Hamburg-Poppenbüttel